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Gastronomie & Hotellerie: Personal finden in Österreichs größter Krisenbranche

Personal für Gastronomie und Hotellerie finden: Köche, Servicekräfte und Hotelfachleute rekrutieren in Österreichs am stärksten vom Personalmangel betroffener Branche.

16. März 202611 Min. Lesezeitfachkraft24.at Redaktion
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Gastronomie & Hotellerie: Personal finden in Österreichs größter Krisenbranche

Der Tourismus ist Österreichs wirtschaftliches Rückgrat: Mit über 22 Milliarden Euro direktem Jahresumsatz zählt die Branche zu den tragenden Säulen der heimischen Volkswirtschaft. Doch hinter den Kulissen spielt sich eine dramatische Entwicklung ab: Seit 2020 haben mehr als 30.000 Fachkräfte die Gastronomie und Hotellerie verlassen – und sind nie zurückgekehrt. Aktuell sind über 15.000 Stellen unbesetzt. Vom Haubenrestaurant in Wien bis zum Traditionshotel in Tirol: Der Personalmangel bedroht das Gastgewerbe in seiner Existenz. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie als Arbeitgeber in Österreichs Krisenbranche Nr. 1 dennoch qualifiziertes Personal finden und langfristig binden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Personalkrise der Gastronomie in Zahlen
  2. Warum so viele die Branche verlassen haben
  3. Die meistgesuchten Gastronomie-Berufe im Überblick
  4. Recruiting neu denken: Moderne Wege zum Gastro-Personal
  5. Gehälter und Arbeitsbedingungen verbessern
  6. Saisonarbeit vs. Ganzjahresstellen
  7. Employer Branding für Gastro-Betriebe
  8. Internationale Fachkräfte für die Gastronomie

Die Personalkrise der Gastronomie in Zahlen

Die österreichische Gastronomie und Hotellerie erlebt den schwersten Personalmangel in der Geschichte der Zweiten Republik. Die WKO Fachgruppe Gastronomie meldet alarmierende Zahlen, die das Ausmaß der Krise verdeutlichen.

Aktuelle Lage 2026

  • 15.000+ offene Stellen in Gastronomie und Hotellerie österreichweit
  • 30.000 Fachkräfte haben die Branche seit 2020 dauerhaft verlassen
  • Nur 1,4 Bewerbungen pro ausgeschriebener Stelle (vor 2020: 6,8)
  • 72% der Betriebe melden akute Personalengpässe
  • Durchschnittliche Vakanzzeit: 4,7 Monate (doppelt so lang wie 2019)

Welche Positionen am stärksten betroffen sind

Der Mangel zieht sich durch sämtliche Bereiche der Branche:

Küche:

  • Köche aller Qualifikationsstufen (Commis bis Küchenchef)
  • Patissiers und Konditormeister
  • Diätköche und Spezialküche

Service und Front-of-House:

  • Servicekräfte und Kellner
  • Restaurantleiter und Oberkellner
  • Barkeeper und Sommeliers

Hotellerie:

  • Rezeptionisten und Front-Office-Manager
  • Housekeeping-Personal und Gouvernanten
  • Hotelmanager und Revenue-Manager
  • Spa- und Wellness-Fachkräfte

Führungsebene:

  • Küchenchefs und Executive Chefs
  • Restaurantleiter und F&B-Manager
  • Hoteldirektoren und Operations Manager

Die WKO verzeichnet besonders bei Köchen eine dramatische Lücke: Auf jede offene Köche-Stelle kommen statistisch nur 0,8 Bewerbungen – weniger als eine einzige Bewerbung pro Position.

Warum so viele die Branche verlassen haben

Um Personal zu finden, müssen Arbeitgeber zunächst verstehen, warum so viele Fachkräfte das Gastgewerbe verlassen haben. Die Gründe sind vielschichtig und haben sich durch die Corona-Pandemie massiv verschärft.

Die COVID-Nachwirkungen

Die mehrfachen Lockdowns zwischen 2020 und 2022 waren der Auslöser einer beispiellosen Abwanderung. Während der Schließungen mussten Gastro-Fachkräfte sich beruflich umorientieren – und viele stellten fest, dass andere Branchen planbarere Arbeitszeiten, freie Wochenenden und bessere Bezahlung bieten. Der Einzelhandel, die Logistik und der öffentliche Dienst haben tausende ehemalige Gastro-Mitarbeiter absorbiert, die nicht mehr zurückkehren wollen.

Strukturelle Probleme der Branche

Arbeitszeiten und Work-Life-Balance:

  • Teildienste (geteilte Schichten mit mehreren Stunden Pause dazwischen) gelten als größter Negativfaktor
  • Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit als Regelfall
  • Unplanbare Dienstpläne, oft erst eine Woche im Voraus
  • 50-60 Wochenstunden in der Hochsaison keine Seltenheit

Vergütung im Verhältnis zur Belastung:

  • Gastgewerbe-KV gehört zu den niedrigsten Kollektivverträgen Österreichs
  • Hohe körperliche und psychische Belastung bei vergleichsweise geringem Lohn
  • Trinkgeld als informeller Gehaltsbestandteil – intransparent und unsicher
  • Wenig betriebliche Zusatzleistungen im Vergleich zu anderen Branchen

Saisonale Unsicherheit:

  • In Tourismusregionen: Beschäftigung nur 6-8 Monate pro Jahr
  • Wiederholte Arbeitslosigkeit zwischen Saisonen belastet psychisch und finanziell
  • Fehlende Kontinuität bei Sozialversicherung und Pensionsansprüchen
  • Schwierige Wohnungssuche in Tourismusgebieten mit kurzen Mietverträgen

Die meistgesuchten Gastronomie-Berufe im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die am stärksten nachgefragten Berufe in Gastronomie und Hotellerie, inklusive Gehaltsrahmen nach dem Gastgewerbe-KV und der aktuellen Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt.

| Beruf | KV-Mindestgehalt brutto | Marktübliches Gehalt brutto | Verfügbarkeit | |-------|-------------------------|----------------------------|---------------| | Koch/Köchin | € 1.950 | € 2.200–2.800 | Sehr gering | | Küchenchef/in | € 2.400 | € 2.800–3.800 | Kritisch | | Servicekraft | € 1.850 | € 1.950–2.400 (+ Trinkgeld) | Gering | | Restaurantleiter/in | € 2.300 | € 2.700–3.500 | Gering | | Rezeptionist/in | € 1.900 | € 2.100–2.600 | Mittel | | Housekeeping | € 1.800 | € 1.900–2.200 | Gering | | Hotelmanager/in | € 2.800 | € 3.200–4.500 | Mittel | | Barkeeper/in | € 1.900 | € 2.000–2.500 (+ Trinkgeld) | Gering | | Patissier/in | € 2.000 | € 2.300–3.000 | Sehr gering | | Sommelier/Sommelière | € 2.100 | € 2.400–3.200 | Kritisch |

Stand: März 2026. Gehälter auf Basis Vollzeitbeschäftigung, 14 Monatsgehälter. Quelle: Gastgewerbe-KV, WKO, AMS Gehaltskompass.

Besonders alarmierend: Köche, Küchenchefs, Patissiers und Sommeliers sind am AMS als Mangelberufe gelistet. Die ÖHV (Österreichische Hoteliervereinigung) schätzt, dass bis 2028 weitere 10.000 Fachkräfte fehlen werden, wenn keine Gegenmaßnahmen greifen.

Recruiting neu denken: Moderne Wege zum Gastro-Personal

Klassische Stelleninserate auf Jobportalen reichen in der Gastronomie längst nicht mehr aus. Erfolgreiche Betriebe setzen auf ein Bündel moderner Rekrutierungsstrategien.

Active Sourcing: Fachkräfte direkt ansprechen

Nur 15% der wechselwilligen Gastro-Fachkräfte suchen aktiv nach Stellenanzeigen. Die Mehrheit der qualifizierten Köche und Servicekräfte ist offen für neue Angebote – aber nur, wenn sie gezielt und persönlich angesprochen werden.

Erfolgreiche Active-Sourcing-Kanäle:

  • Gastronomie-spezifische Netzwerke und Branchenevents
  • LinkedIn und XING für Führungskräfte (Küchenchefs, Hotelmanager)
  • Persönliche Empfehlungen und Mundpropaganda
  • Kooperationen mit Tourismusschulen (z. B. Modul University, Tourismusschulen Bad Gleichenberg, Villa Blanka Innsbruck)

Social Media Recruiting: Instagram und TikTok

Die junge Generation an Gastro-Fachkräften ist auf Social Media zu Hause. Für Betriebe eröffnen sich hier enorme Chancen.

Instagram:

  • Einblicke in den Küchenalltag (Behind-the-Scenes-Stories)
  • Vorstellung des Teams und der Unternehmenskultur
  • Reels mit Rezeptvideos oder "Tag im Leben eines Kochs"
  • Gezielte Job-Ads im Umkreis von 30 km

TikTok:

  • Authentische, unpolierte Einblicke in den Arbeitsalltag
  • Koch-Challenges und Team-Momente
  • Hohe organische Reichweite bei 18-30-Jährigen
  • Besonders effektiv für Lehrlingssuche und Quereinsteiger

Quereinsteiger-Programme entwickeln

Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels setzen progressive Betriebe zunehmend auf Quereinsteiger. Die WKO Fachgruppe Gastronomie unterstützt diesen Ansatz mit eigenen Qualifizierungsinitiativen.

Erfolgreiche Quereinsteiger-Modelle:

  • 3-monatige Intensivausbildung zum Jungkoch (in Kooperation mit Tourismusschulen)
  • Berufsbegleitende Lehre für Erwachsene (Lehre für Erwachsene nach § 8b BAG)
  • Buddy-System: Erfahrene Fachkraft betreut Quereinsteiger
  • Stufenweise Verantwortungsübernahme mit klarem Entwicklungspfad

Internationale Rekrutierung gezielt einsetzen

Viele erfolgreiche Gastro-Betriebe rekrutieren bereits international – ein Ansatz, der angesichts der leergefegten heimischen Arbeitsmärkte immer wichtiger wird. Mehr dazu im Abschnitt Internationale Fachkräfte.

Gehälter und Arbeitsbedingungen verbessern

Der Gastgewerbe-KV bildet die Untergrenze – und genau das ist Teil des Problems. Betriebe, die beim KV-Minimum verharren, werden im aktuellen Marktumfeld kein Personal finden.

Was der Gastgewerbe-KV vorsieht

Der Gastgewerbe-KV ist historisch einer der niedrigsten Kollektivverträge Österreichs. Die letzten KV-Verhandlungen haben zwar zu Erhöhungen geführt, doch im Branchenvergleich bleibt die Gastronomie ein Niedriglohnsektor. Das AMS stuft die Gastgewerbe-Gehälter im Schnitt 18% unter dem österreichweiten Medianeinkommen ein.

Was progressive Arbeitgeber über dem KV bieten

Gehalt:

  • 15-30% über KV als neue Mindestmarke für erfolgreiche Besetzungen
  • Transparente Gehaltstabellen statt intransparenter Verhandlungen
  • Leistungs- und Qualifikationsboni zusätzlich zum Grundgehalt
  • Automatische Valorisierung (Inflationsanpassung)

4-Tage-Woche:

  • Immer mehr Gastro-Betriebe testen die 4-Tage-Woche erfolgreich
  • Modell: 4 × 10 Stunden statt 5 × 8 Stunden
  • Drei freie Tage pro Woche als enormer Attraktivitätsfaktor
  • Erste Erfahrungen zeigen: weniger Krankenstände, höhere Mitarbeiterzufriedenheit

Abschaffung des Teildiensts:

  • Teildienst (geteilter Dienst) ist der häufigste Kündigungsgrund in der Gastronomie
  • Progressive Betriebe setzen auf durchgehende Schichten
  • Alternativ: Funktionale Teildienste mit sinnvoller Pausennutzung (z. B. Fitnessraum, Ruheraum)

Trinkgeld-Transparenz:

  • Pooling-Systeme für gerechte Trinkgeldverteilung (Küche einbezogen)
  • Digitale Trinkgeld-Lösungen bei Kartenzahlung
  • Klare Kommunikation: Trinkgeld ist Bonus, nicht Gehaltsbestandteil
  • Kein Abzug von Trinkgeld für "Bruch" oder ähnliche Praktiken

Saisonarbeit vs. Ganzjahresstellen

Die Saisonabhängigkeit ist eine der größten Hürden bei der Personalgewinnung in der Gastronomie und Hotellerie. Wer es schafft, Ganzjahresstellen anzubieten, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Warum Ganzjahresstellen besseres Personal anziehen

  • Planungssicherheit: Fachkräfte bevorzugen durchgehende Beschäftigung gegenüber saisonalen Lücken
  • Sozialversicherung: Kontinuierliche Anstellung bedeutet bessere Pensionsansprüche und höheres Arbeitslosengeld im Ernstfall
  • Wohnsituation: Ganzjahresstellen ermöglichen dauerhafte Mietverhältnisse – ein enormes Problem in Tourismusgebieten
  • Loyalität: Mitarbeiter mit Ganzjahresverträgen identifizieren sich stärker mit dem Betrieb
  • Qualität: Durchgehend beschäftigte Teams arbeiten eingespielter und liefern bessere Qualität

Saisonverlängerung als Strategie

Betriebe in klassischen Saisongebieten können die Beschäftigungsdauer gezielt verlängern:

  • Vor- und Nachsaison aktivieren: Spezielle Packages und Events für die Zwischensaison
  • Ganzjahrestourismus entwickeln: Wellness, Seminare, Kultur-Events auch außerhalb der Hauptsaison
  • Kooperationen: Mitarbeiter-Sharing zwischen Winter- und Sommerbetrieben
  • Weiterbildungszeit: Saisonpausen für bezahlte Fortbildungen nutzen (z. B. Tourismusschul-Kurse, Sprachkurse)
  • Betriebsübergreifende Beschäftigung: Die ÖHV fördert Modelle, in denen Fachkräfte zwischen kooperierenden Betrieben wechseln – ganzjährig beschäftigt, saisonal an verschiedenen Standorten

Employer Branding für Gastro-Betriebe

In einem Arbeitnehmermarkt entscheidet die Arbeitgebermarke darüber, ob qualifizierte Fachkräfte sich bei Ihnen bewerben oder bei der Konkurrenz. Gerade kleine und mittlere Gastro-Betriebe unterschätzen die Macht des Employer Brandings.

Instagram-Präsenz als Recruiting-Tool

Ihre Instagram-Seite ist heute Ihre wichtigste Visitenkarte für potenzielle Mitarbeiter. Bewerber schauen sich vor einer Bewerbung den Social-Media-Auftritt an.

Was funktioniert:

  • Authentische Team-Fotos und -Videos (nicht gestellt)
  • Einblicke in die Küchenkultur: Wie wird miteinander gearbeitet?
  • Mitarbeiter-Takeovers: Ein Koch zeigt seinen Tag
  • Feiern von Erfolgen: Neue Gerichte, Auszeichnungen, Jubiläen

Küchenkultur sichtbar machen

Die Arbeitsatmosphäre in der Küche ist für Köche der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl – noch vor dem Gehalt. Betriebe mit einer positiven, respektvollen Küchenkultur sollten diese aktiv kommunizieren.

Toxische Küchenkultur ist ein Relikt: Die Zeiten, in denen Anschreien und Demütigungen als normal galten, sind vorbei. Junge Fachkräfte tolerieren das nicht mehr – und sie müssen es auch nicht, denn der Markt gibt ihnen die Macht, sofort zu wechseln.

Team-Events und Wertschätzung

  • Regelmäßige Team-Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten
  • Geburtstags- und Jubiläumsfeiern im Team
  • "Mitarbeiter des Monats" mit sinnvollen Belohnungen
  • Gemeinsames Essen vor oder nach dem Service (Family Meal als Tradition pflegen)

Auszeichnungen und Zertifikate

  • Teilnahme an Arbeitgeber-Wettbewerben (z. B. Great Place to Work)
  • Lehrbetriebsauszeichnungen der WKO
  • ÖHV-Qualitätssiegel und Tourismuspreis-Nominierungen
  • Nachhaltigkeitszertifikate (Umweltzeichen, Green Gastro)

Internationale Fachkräfte für die Gastronomie

Angesichts des leergefegten heimischen Arbeitsmarktes führt kein Weg an der internationalen Rekrutierung vorbei. Österreichs Gastronomie hat hier langjährige Erfahrung – die rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern jedoch sorgfältige Planung.

EU-Arbeitskräfte: Freizügigkeit nutzen

EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis und können sofort in Österreich arbeiten. Besonders relevante Herkunftsländer für die Gastronomie:

  • Ungarn, Slowakei, Tschechien: Kulturelle Nähe, oft Deutschkenntnisse, etablierte Migrationsrouten
  • Kroatien, Rumänien, Bulgarien: Starke Gastronomie-Tradition, wachsende Mobilität
  • Italien, Spanien, Portugal: Exzellente kulinarische Ausbildung, hohe Jugendarbeitslosigkeit

Erfolgsfaktoren:

  • Wohnraum stellen oder bei der Suche aktiv unterstützen
  • Deutschkurse anbieten (B1 als Mindestziel)
  • Kulturelle Eingewöhnung begleiten (Buddy-System)
  • Faire Behandlung und gleiche Konditionen wie österreichische Mitarbeiter

Drittstaaten-Rekrutierung: Rot-Weiß-Rot-Karte

Für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern ist die Rot-Weiß-Rot-Karte der wichtigste Aufenthaltstitel. Köche und Küchenchefs sind auf der AMS-Mangelberufsliste geführt, was das Verfahren erleichtert.

Typische Herkunftsländer:

  • Philippinen: Exzellente Serviceorientierung, Englischkenntnisse, hohe Arbeitsmotivation
  • Indien: Starke kulinarische Tradition, gut ausgebildete Fachkräfte
  • Serbien, Bosnien, Nordmazedonien: Kulturelle Nähe, oft Deutschkenntnisse, kurze Anreise

Verfahren:

  1. Arbeitsvertrag oder verbindliche Arbeitszusage erstellen
  2. Antrag bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft/Magistrat einreichen
  3. AMS-Arbeitsmarktprüfung (bei Mangelberufen vereinfacht)
  4. Verfahrensdauer: 8-16 Wochen (bei vollständigen Unterlagen)

Saisonnier-Kontingente

Für die Saisonarbeit stellt Österreich jährlich Saisonnier-Kontingente zur Verfügung. Diese sind besonders für Tourismusbetriebe relevant.

Eckdaten der Saisonnier-Regelung:

  • Befristete Beschäftigungsbewilligung für bis zu 9 Monate
  • Kontingente werden jährlich vom Sozialministerium festgelegt
  • Antragstellung durch den Arbeitgeber beim AMS
  • Besonders für Winter- und Sommersaison in Tourismusgebieten genutzt
  • Wichtig: Faire Unterbringung und Arbeitsbedingungen sind gesetzliche Pflicht

Integration als Schlüssel zum Erfolg

Internationale Fachkräfte zu rekrutieren ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Herausforderung liegt in der nachhaltigen Integration.

Bewährte Integrationsmaßnahmen:

  • Deutschkurse finanzieren (idealerweise bereits vor Arbeitsbeginn)
  • Unterstützung bei Behördenwegen (Anmeldung, Sozialversicherung, Bankkonto)
  • Paten- oder Buddy-Programme mit österreichischen Kollegen
  • Kulturelle Sensibilisierung im gesamten Team
  • Langfristige Perspektive aufzeigen (Aufenthaltstitel, Familiennachzug, Karriereentwicklung)

Fazit: Die Gastronomie muss sich neu erfinden

Der Personalmangel in Österreichs Gastronomie und Hotellerie ist keine vorübergehende Krise – er ist die neue Realität. Betriebe, die weiterhin auf die alten Rezepte setzen (KV-Minimum, Teildienst, intransparente Trinkgeldregelungen), werden im Wettbewerb um Fachkräfte verlieren.

Die Gewinner sind jene Arbeitgeber, die bereit sind, die Branche von innen heraus zu verändern:

  1. Faire Gehälter deutlich über dem Gastgewerbe-KV
  2. Moderne Arbeitsmodelle wie die 4-Tage-Woche und keine Teildienste
  3. Internationale Rekrutierung mit professioneller Integrationsbegleitung
  4. Authentisches Employer Branding auf Social Media
  5. Ganzjahresstellen statt saisonaler Unsicherheit
  6. Wertschätzende Küchenkultur statt hierarchischem Druck

Die österreichische Gastronomie hat weltweit einen exzellenten Ruf. Damit das so bleibt, muss sie auch als Arbeitgeberin erstklassig werden.


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