Was kostet ein Headhunter in Österreich?
Sie suchen einen Mitarbeiter und überlegen, einen Headhunter zu beauftragen? Dann ist die erste Frage meistens: Was wird das kosten? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die gängigen Preismodelle in Österreich, rechnen mit konkreten Beispielen vor und erklären, wann sich ein Headhunter lohnt – und wann nicht.
Die kurze Antwort
Ein Headhunter in Österreich kostet typischerweise zwischen €3.000 und €20.000 pro Besetzung – je nach Preismodell und Position. Der Unterschied liegt im Preismodell:
| Preismodell | Typische Kosten | Bei €50.000 Gehalt | Bei €80.000 Gehalt | |-------------|-----------------|---------------------|---------------------| | Provision (klassisch) | 20-30% des Jahresgehalts | €10.000-15.000 | €16.000-24.000 | | Fixpreis | €3.000-8.000 | €4.500 | €4.500 | | Retainer + Erfolgsprämie | Retainer + 15-20% | €3.000 + €7.500 | €3.000 + €12.000 |
Preismodell 1: Provision (das klassische Headhunter-Modell)
Die meisten Personalberatungen in Österreich arbeiten auf Provisionsbasis. Sie zahlen einen Prozentsatz des Jahresbruttogehalts der besetzten Person.
Wie hoch ist die Provision?
- Große internationale Anbieter (Hays, PageGroup, Robert Half): 25-30%
- Regionale Personalberatungen: 20-28%
- Spezialisierte Executive Search: 30-35% (für C-Level und Geschäftsführer)
Rechenbeispiel: Buchhalter mit €45.000 Jahresgehalt
| Anbieter | Provisionssatz | Kosten | |----------|---------------|--------| | Große Beratung | 28% | €12.600 | | Regionale Beratung | 22% | €9.900 | | Fixpreis-Anbieter | Fixpreis | €3.500-5.000 |
Vorteile der Provision
- Zahlung nur bei erfolgreicher Besetzung (bei "Success Fee"-Modellen)
- Anbieter hat starken Anreiz, die Position zu besetzen
Nachteile der Provision
- Unplanbare Kosten: Je höher das Gehalt, desto teurer – auch wenn der Suchaufwand gleich bleibt
- Interessenskonflikt: Der Headhunter verdient mehr, wenn das Gehalt höher ausfällt
- Versteckte Kosten: Manche Verträge enthalten Nachbesetzungsklauseln, Exklusivitätsgebühren oder Mindesthonorare
Preismodell 2: Fixpreis (das transparente Modell)
Einige Personalvermittlungen – darunter fachkraft24.at – arbeiten mit transparenten Fixpreisen. Sie zahlen einen festen Betrag, unabhängig vom Gehalt der gesuchten Person.
Wie funktioniert das Fixpreis-Modell?
- Sie beschreiben die zu besetzende Position
- Sie erhalten ein verbindliches Fixpreis-Angebot
- Die Suche startet – Sie erhalten erste Profile in 2-3 Wochen
- Sie zahlen den vereinbarten Preis, egal ob das Gehalt €35.000 oder €80.000 beträgt
Rechenbeispiel: Gleiche Position, verschiedene Modelle
Gesucht: IT-Projektleiter in Wien, Gehalt €70.000
| Modell | Rechnung | Kosten | |--------|----------|--------| | Provision 25% | €70.000 × 25% | €17.500 | | Provision 20% | €70.000 × 20% | €14.000 | | Fixpreis | Pauschal | €4.500-6.000 |
Ersparnis mit Fixpreis: bis zu €13.000 pro Besetzung.
Vorteile des Fixpreises
- Planbare Kosten – kein Risiko, kein Kleingedrucktes
- Kein Interessenskonflikt – der Anbieter verdient nicht mehr bei höherem Gehalt
- Transparenz – Sie wissen vorher, was Sie zahlen
Wann ist Fixpreis die bessere Wahl?
- Bei Positionen ab €40.000 Jahresgehalt (darunter lohnt sich der Vergleich weniger)
- Wenn Sie mehrere Positionen besetzen müssen (Fixpreis skaliert besser)
- Wenn Sie ein festes Budget für Recruiting haben
Preismodell 3: Retainer + Erfolgsprämie
Manche Executive-Search-Firmen arbeiten mit einem Retainer-Modell: Sie zahlen eine Vorab-Gebühr für den Start der Suche, plus eine Erfolgsprämie bei Besetzung.
Typische Struktur
- Retainer: €2.000-5.000 (nicht rückerstattbar)
- Erfolgsprämie: 15-20% des Jahresgehalts
- Gesamtkosten: Retainer + Erfolgsprämie
Dieses Modell ist vor allem bei der Suche nach Führungskräften (ab €100.000 Gehalt) verbreitet.
Versteckte Kosten: Worauf Sie achten müssen
Bevor Sie einen Headhunter beauftragen, prüfen Sie diese Punkte im Vertrag:
1. Nachbesetzungsgarantie
Was passiert, wenn der vermittelte Mitarbeiter in der Probezeit kündigt? Seriöse Anbieter bieten eine kostenlose Nachbesetzung (üblich: 3-6 Monate).
2. Exklusivität
Manche Headhunter verlangen Exklusivität – Sie dürfen während der Suche keinen anderen Anbieter beauftragen. Das kann die Suche verlängern.
3. Mindesthonorar
Einige provisionsbasierte Anbieter haben ein Mindesthonorar (z.B. €5.000), auch wenn die Provision rechnerisch darunter liegen würde.
4. Reisekosten und Nebenkosten
Bei überregionalen Suchen können Reisekosten, Anzeigenkosten oder Assessment-Gebühren hinzukommen.
Wann lohnt sich ein Headhunter?
Ein Headhunter lohnt sich besonders, wenn:
- Stellenanzeigen nicht funktionieren – Sie inserieren seit Wochen ohne passende Bewerbungen
- Die Position schwer zu besetzen ist – spezialisierte Fachkräfte, die nicht aktiv suchen
- Es schnell gehen muss – ein Headhunter kann Kandidaten in 2-3 Wochen liefern
- Sie kein internes Recruiting haben – bei KMU mit unter 50 Mitarbeitern ist oft kein HR-Team vorhanden
- Diskretion wichtig ist – z.B. wenn Sie einen Nachfolger suchen, bevor der aktuelle Mitarbeiter geht
Wann lohnt sich ein Headhunter NICHT?
- Bei Positionen, auf die sich viele bewerben (z.B. kaufmännische Sachbearbeiter in Wien)
- Wenn Sie ausreichend Zeit haben und selbst suchen können
- Bei sehr niedrigen Gehältern (unter €30.000) – hier sind die Kosten im Verhältnis zu hoch
Headhunter beauftragen: So gehen Sie vor
- Bedarf definieren: Welche Position, welches Gehalt, welcher Standort?
- Angebote vergleichen: Holen Sie mindestens 2-3 Angebote ein
- Preismodell verstehen: Provision oder Fixpreis? Was ist bei Ihrem Gehaltsniveau günstiger?
- Vertrag prüfen: Nachbesetzungsgarantie, Exklusivität, versteckte Kosten
- Referenzen einholen: Hat der Anbieter Erfahrung in Ihrer Branche und Region?
Fazit: Fixpreis oder Provision?
Für die meisten österreichischen KMU ist das Fixpreis-Modell die bessere Wahl. Es bietet planbare Kosten, keine Interessenskonflikte und ist bei Positionen ab €40.000 Gehalt deutlich günstiger als die klassische Provision.
Rechenbeispiel zum Abschluss:
Wenn Sie in einem Jahr 3 Positionen mit einem Durchschnittsgehalt von €55.000 besetzen:
- Provision (25%): 3 × €13.750 = €41.250
- Fixpreis: 3 × €4.500 = €13.500
- Ihre Ersparnis: €27.750
Weiterführende Artikel
- Was ist ein Headhunter? Definition und Funktionsweise
- Executive Search: Was ist das und wann lohnt es sich?
- Headhunter vs. Active Sourcing: Der ehrliche Vergleich
- Unsere Preise im Überblick
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